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jerrywerner1

Hallo und willkommen bei meinem Blog WannistDennManneinmann.com Ich bin ein ambitionierter Stadtkrieger, dessen Aussehen, fast genauso viele Vermutungen über meine Herkunft aufwerfen kann, wie die Vielzahl der "Orte", Tätigkeitsfelder und emotionalen Befindlichkeiten (auch bekannt unter "Gefühle"),in & an denen ich mich befand. Seit 18 Jahren suche ich meinen Vater, einen afroamerikanischen Soldaten, von dem ich noch nie ein Photo gesehen habe, und der wahrscheinlich nicht weiß, dass er einen 33 Jahre jungen Sohn in Deutschland hat. Als ich 25 Jahre alt war, blickte ich auf etwa 40 Orte an denen ich in meinem bisherigen Leben gewohnt habe zurück. (Ich behaupte das dass viel ist.) Eine Begegnung mit einem unbekannten Freund, löste in mir das Bewusstsein aus, dass meine jahrelangen (Gefühls)Zustände von: Unruhe, Misstrauen, Leere, Wut, Schuld und Identifikationslosigkeit ganz viel damit zu tun hat, dass ich meinen Vater nicht kenne, und somit meinen eigenen (männlichen) Wurzeln nicht kenne. Was für ein Mensch ist mein Vater? Lebt er überhaupt noch? Würde er sich freuen, wenn er erfährt, dass er seit 33 Jahren einen Sohn in Deutschland hat? Oder weis er es das sogar, und möchte nichts mit mir zu tun haben? Welche Charakterzüge habe ich von meinem Vater? Wie ist die Familie meines Vaters? Was würde ich „fühlen“ wenn ich meine afroamerikanischen Verwandten kennenlernen würde; würde ich mich endlich verwurzelter/gefestigter fühlen? .... Ich verbrachte täglich Stunden am Telefon, vor alten Briefen & Tagebüchern meiner Mutter, in Archiven und vor dem Computer, um mit Behörden, Fernsehredaktionen, Bekannten und Verwandten zu sprechen, mit dem Ziel: endlich "ein Bild" von meinem Vater zu bekommen. Ich fand ihn nicht. Aber ich spürte, trotz vieler Tiefschläge und Enttäuschungen, dass die Suche nach meinen väterlichen Wurzeln, der für mich richtige Weg ist. Ich setzte meine "Suche" fort, indem ich für ein Jahr in die USA ging. Während ich dort meinen Vater suchte, musste ich ca. 50 Stunden sechs Tage die Woche arbeiten, um meinen Aufenthalt in Upstate New York sicher zu stellen. In meiner Freizeit sprach ich mit amerikanischen Bürgern, Journalisten, Autoren, Military-Veteranen, Kirchen und Behörden. Meinen Vater fand ich trotzdem nicht. Ende 2007 zog ich nach Berlin. Ich arbeitete fast drei Jahre als Sozialpädagoge mit sozial schwachen Familien, Kinder und Jugendlichen; viele davon männlich und ohne Vater. Entweder war der Vater alkoholkrank, im Ausland, mit einer neuen Frau woanders, oder die Mutter hatte sich von dem Vater getrennt. In fast jeder Familie in der es einen oder mehrere Jungs ohne Vater gab, waren die Jungs besonders verhaltensauffällig und instabil. Je nach Alter machten sie noch ins Bett, mussten auf Sonderschulen wechseln, oder hatten gar schon einschlägigen Kontakt mit dem Gesetz gehabt. Ich musste immer wieder an ein Buch, dass ich vor einigen Jahren gelesen hatte, denken: "Der Weg des Mannes" (von David Deida). Im Herbst 2010 wachte ich eines Morgens schweißgebadet und mit Panikgefühlen auf. Es tauchten Bilder aus meiner Kindheit, und diese "unangenehmen" Gefühle auf. .. An diesem Morgen war es so intensiv, dass den Gefühlen eine physische Reaktion folgte: Kälte und Schüttelfrost. So etwas hatte ich bisher noch nicht erlebt. Mein Gehirn suchte instinktiv seinen Speicher nach Lösungsversuchen & Handlungsoptionen, die aus diesem unangenehmen Zustand führen könnten, ab (Das menschliche Gehirn funktioniert so, dass es in der Regel auf in der Vergangenheit gemachte Erfahrungen zurück greift, und auf der Basis dessen, in Millisekunden (meist gewohnte) Handlungsmöglichkeiten anbietet.) Wahrscheinlich weil ich so etwas noch nie erlebt habe, lieferte meine Gehirn lediglich 2 Handlungsoptionen: 1: Ein heißes Bad. Und 2: Sich von einem anderen Menschen in den Arm nehmen lassen. Dabei suchte mein Kopf nach möglichen Personen, die mich in diesem Moment in den Arm nehmen könnten... Dabei tauchten ausschließlich „männliche“ freunde & Bekannte auf (nebenbei bemerkt: Mein soziales Umfeld ist relativ ausgeglichen was Mann & Frau betrifft, und meine sexuelle Ausrichtung ist ausschließlich hetero). In diesem besagten Herbst 2010 stellte mir das Leben einige verdammt harte Aufgaben. Die Leber wächst nicht nur mit ihren Aufgaben, wie es Herr Eckhardt von Hirschhausen meint, sondern der Mensch wächst auch mit Krisen, die er akzeptiert und durch die er geht... Ich ging zum Glück aufrecht und klarer aus dieser Krise hervor, und folgte einem beruflich verlockendem Angebot, welches mich von Berlin nach München führte. München war der Ort an dem ich einst, teils nicht auf eigenen Wunsch, von einem zum anderen Ort wechseln musste, so dass ich auf über 40 Orte kam, und München ist nun der Ort an dem mir das, seit mittlerweile zwanzig Jahren, dass erste Mal wieder passierte... Diesmal war dieser Ort zum Glück nicht meine zu Hause, sondern nur mein Arbeitsplatz den ich ungewollt verlassen musste. Das fühlte sich erstmal nicht gut und auf gut Deutsch beschissen an; Aber in jedem Verlust steckt auch der Anfang von etwas Neuem, meist passenderem und es ergibt einen Sinn was in der Regel auch WEITERENTWICKLUNG heist :-). So will es der Zufall, dass mich der Verlust meines Hauptaufgabengebiets, zu einem anderen Aufgabengebiet brachte. Das führte dazu, dass ich mich nicht nur persönlich, sondern auch professionell / fachlich damit beschäftige, warum Jungen und Männer in unserer heutigen Gesellschaft nicht (mit „Sicherheit“) wissen, wer sie (als Mann sind), wie ein Mann heute gegenüber der Gesellschaft/gegenüber Frauen/ gegenüber sich selbst zu sein hat, mit welchen Werten und Vorbildern er sich identifizieren soll, ob er Stärke oder Schwäche zeigen sollen, ob er Kinder erziehen oder Geld verdienen sollen, ob er seine Ängste und Verwirrungen bei einem Therapeuten oder doch besser bei einer Flasche Wodka bearbeiten soll. Im Jahr 2010 schloss die sogenannte KESS Studie ab; dahinter verbirgt sich eine Langzeituntersuchung im Auftrag der Schulbehörde zu den "Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schüler". Demnach herrscht Bundesweit an den Förder- und Sonderschulen ein Geschlechterverhältnis von über 61 Prozent Jungen zu knapp 39 Prozent Mädchen! Am unausgeglichensten ist die Situation im Saarland: Von 100 Kindern, die eine Förderschule besuchen, sind beinahe 67 männlich und lediglich 33 weiblich! In absoluten Zahlen: Von 100 übertretenden Jungen in Bayern besuchen 37 die Hauptschule, 25 die Realschule und 33 das Gymnasium, neun von 100 Jungen gehen ohne Abschluss ab. Im Gegensatz dazu besuchen von 100 Mädchen 34 die Hauptschule, 27 die Realschule und 35 das Gymnasium und „nur“ fünf Mädchen von 100 gehen ohne Abschluss. Frauen suchen ein Krankenhaus am häufigsten zur Geburt eines Kindes auf, in diesem Fall ist der Behandlungsanlass keine Krankheit. Die folgenden drei häufigsten Diagnosen sind Brustkrebs, Herzinsuffizienz und Gallensteine. Männer werden im Krankenhaus am häufigsten wegen einer verminderten Durchblutung des Herzens stationär behandelt, gefolgt von psychischen und Verhaltensstörungen, die durch den Missbrauch von Alkohol ausgelöst wurden, sowie wegen eines Leistenbruchs. (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (2010): Gender Datenreport, Kapitel 8, S. 1,) Im Hinblick auf Forschungsergebnisse die unsere Wissenschaftler über die Unterschiede zwischen Männer und Frauen herausgefunden haben, scheint die Liste der Ergebnisse, in der Männer deutlich schlechter abschneiden schier unendlich zu sein. Besonders krass und erschreckend fand ich, dass in Deutschland Suizidtote zu 75% männlich sind. Mit diesem Blog möchte ich Impulse in der Männerwelt (aber auch Frauenwelt) schaffen und anregen. Denn dieser Blog ist keine Initiative die gegen die Frauenwelt gerichtet ist, im Gegenteil: Wenn dieser Blog dazu beiträgt, dass sich weniger Männer zu Tode fahren, zu Tode trinken, zu Tode arbeiten, zu Tode prügeln oder „einfach so“ Selbstmord begehen. Wenn dieser Blog dazu beiträgt, dass es mehr Kinder/mehr Jungs gibt, die die Möglichkeit haben, mit ihren Vätern regelmäßig Aktivitäten im Grünen und an der frischen Luft nachzugehen. Wenn dieser Blog dazu beiträgt, dass Männer es wagen in ihr tiefes inneres zu blicken und vor allem zu fühlen, und sich dann im besten Fall „trauen“, mit anderen (Männern) darüber zu sprechen, DANN kommt dass auch der Frauenwelt, unseren Freunden, unserer Gesundheit, unserem Wachstum, unseren Kindern, kurz um: „uns und unserer Gesellschaft“ zu gute. 2011-11-11, München, Germany